Special VFR

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General

Sonder VFR kommt zur Anwendung wenn die

  1. Flugsicht <5 km beträgt oder die Wolkenuntergrenze
  2. <1500 Fuß über Grund ist.

Bei solchen Wetterbedingungen sind keine VFR Flüge möglich, außer Sonder VFR. SVFR ermöglicht den Ein- beziehungsweise Ausflug aus einer Kontrollzone, auch dann, wenn die Wetterminima unterhalb VMC im Luftraum D liegen. Auch ein anschließender Weiterflug in Luftraum G unter Einhaltung der Wetterminima ist möglich.


Grundlagen zur Durchführung von SVFR

  1. Die Verkehrslage gestattet die Durchführung
  2. Die Anflugkontrollstelle erteilt die Genehmigung
  3. Platzverkehrslotse arbeitet bei der Delegation von SVFR immer nach den erhaltenen Freigaben der Anflugkontrollstelle
  4. Bei Flugbewegungen unter SVFR sind alle geplanten und anstehenden Flugbewegungen an die zuständige Anflugkontrollstelle weiterzuleiten und entsprechende Freigaben anzufordern
  5. Die Anflugkontrollstelle kann Flugbewegungen selbst führen und nur an den Platzlotsen weitergeben wenn die Staffelung gewährleistet ist
  6. Bodensicht (RVR) beträgt mindestens 1500 Meter oder 800 Meter bei Hubschraubern o Hauptwolkenuntergrenze (Broken Clouds) beträgt mindestens 500 Fuß o Hubschrauber mit hoheitlichen Aufgaben (z.B. Polizei) oder Rettungshubschrauber dürfen auch bei geringerer Bodensicht bzw. Hauptwolkenuntergrenze fliegen.

Staffelung

  1. SVFR zu SVFR oder SVFR zu IFR Flügen erfordern Radarstaffelung (mind. 3 NM) oder vertikale Staffelung (mind. 1000 Fuß)
  2. Nur die zuständige Anflugkontrollstelle kann die Staffelung gewährleisten
  3. Ausschließlich die zuständige Anflugkontrollstelle kann SVFR Freigaben an den Platzverkehrslotsen oder Piloten erteilen o Die Delegation der Staffelung an den Platzverkehrslotsen ist nur nach Absprache möglich.
  4. Zur Radarführung ist ein Squawk zu vergeben
  5. SVFR Flüge können auch durch die Anflugkontrolle geführt werden, dies trifft zu, wenn sehr viele Luftfahrzeuge im Anflug auf den Platz sind und die Anflugkontrolle entscheidet, dass der Platzlotse nicht für die Staffelung zuständig sein kann. Die Anflugkontrolle führt dann alle Luftfahrzeuge und gibt die Einflugfreigabe wenn er die Staffelung aufrecht erhalten kann
  6. Staffelung nach geographischen Punkten ist nicht gestattet (z.B. Folgen von Flüssen oder Autobahnen zum Erhalt der Staffelung)
  7. Nur eine Flugbewegung unter SVFR zur gleichen Zeit
Reduzierte Staffelung

Die Staffelung darf unter folgenden Bedingungen reduziert werden

  1. Der Platzlotse hat alle Flugbewegungen immer in Sicht und kann direkt eingreifen
  2. Übergabe der Staffelung an den Piloten sofern er den anderen Luftverkehrsteilnehmer in Sicht hat und versichert selbst für seine Staffelung zu sorgen
  3. Piloten können sich gegenseitig sehen und so für eigene Staffelung sorgen, verliert jedoch ein Pilot die Sicht zum anderen Luftfahrzeug ist sofort Radarstaffelung oder vertikale Staffelung herzustellen

Navigation

  1. Flügen unter SVFR sollen keine konkreten Steuerkurse oder Höhen zugewiesen bekommen, ansonsten nimmt man dem Piloten die Möglichkeit Wolken oder Hindernissen auszuweichen
  2. Zum Erhalt der Staffelung dürfen aber maximale bzw. minimale Höhen zugewiesen werden, auch dürfen Himmelsrichtungen zur Festlegung der ungefähren Flugrichtung angewiesen werden
  3. Reduzierung der Staffelung durch den Tower Mit Zustimmung der Anflugkontrollstelle ist es möglich die Radar- bzw. vertikale Staffelung zu reduzieren. 

Beispiel für den Einflug in die Kontrollzone

Pilot:    Wien Turm, Servus, OE-AUT.
LOWW_TWR: OE-AUT, Wien Turm, Servus.
Pilot:    OE-AUT, Diamond DA20, VFR von Wiener Neustadt Ost zu Ihrem Platz, circa 3 Meilen südlich von Seibersdorf, erbitte Platzinformationen.
LOWW_TWR: OE-AUT, Kontrollzone Wien IMC, Sicht 2000 Meter, Wolken bedeckt 1400 Fuß, fliegen Sie weiter in Richtung Seibersdorf, erwarten Sie Sonder-VFR, Piste 29, QNH 1009. Ich rufe zurück.
  • Jetzt erfolgt die Koordination mit der Anflugkontrolle, Absprache ob Einflug unter SVFR möglich ist und Weitergabe von Informationen zum Luftfahrzeug (Position, Höhe, Geschwindigkeit etc.). Anflugkontrolle genehmigt Einflug unter SVFR und gibt folgende Informationen an den Tower Controller: SVFR genehmigt, nicht über 1500 Fuß, Tanspondercode 4617. Wenn die Anflugkontrolle zustimmt, dass der Flieger beim Platzlotsen auf der Frequenz bleibt ist der Platzlotse auch für die Staffelung verantwortlich. Die Anflugkontrolle hält aber weiterhin die Staffelung zu anderen Luftfahrzeugen die unter SVFR oder IFR fliegen. Möchte die Anflugkontrollstelle selbst die Führung des Lfz. übernehmen, so erfolgt nach der Übermittlung der Sonder-VFR Freigabe die Anweisung die Anflugkontrolle zu rufen. Nach Einflug in die Kontrollzone (überfliegen der Kontrollzonengrenze) muss der Platzlotse die Staffelung aufrecht erhalten
LOWW_TWR: OE-AUT, Fliegen Sie in die Kontrollzone über Sector S Sonder-VFR ein, nicht über 1500 Fuß, Transponder 4617.
Pilot:    Einflug in die Kontrollzone Sonder-VFR genehmigt, 1500 Fuß oder darunter, Transponder 4617, QNH 1009, OE-AUT.
LOWW_TWR: OE-AUT, identifiziert, setzen Sie Anflug fort, melden Sie Platz in Sicht.
Pilot:    Verstanden, melde Platz in Sicht.

...

Pilot:    Platz in Sicht, OE-AUT.
LOWW_TWR: OE-AUT, fliegen Sie in den Endanflug Piste 29, kein weiterer Verkehr in der Kontrollzone.
Pilot:    Fliege in den Endanflug Piste 29, OE-AUT.
LOWW_TWR: OE-AUT, Wind 290 Grad, 10 Knoten, Piste 29, Landung frei.
Pilot:    Landung frei, Piste 29, OE-AUT.
  • Nach der vollständigen Landung ist die Anflugkontrolle über die Beendigung des Fluges unter Sonder-VFR zu informieren.